Dolose Handlungen von Mitarbeitern und deren Beweggründe

 in Uncategorized

Dolose Handlungen von Mitarbeitern

Woran erkennt man einen kriminellen Mitarbeiter?

Als dolose Handlungen bezeichnet man Bilanzmanipulationen, Untreue, Unterschlagung und alle anderen zum Schaden des Unternehmens vorsätzlich durchgeführten Taten.

Die Antwort: Überhaupt nicht! Man erkennt kriminelle Mitarbeiter nicht auf den ersten Blick. Im Grunde könnte jeder kriminell sein.

Aber wo fängt Kriminalität überhaupt an?

Hat nicht jeder schon einmal bei der Einkommenssteuererklärung geschummelt? Ein kleines bisschen? Hier mal ein Kilometer mehr angegeben, dort eine Stunde mehr Aufenthalt. Oder ist schon einmal jemand in den Zug gesprungen, ohne sich vorher einen Fahrschein zu holen, weil er sonst auf die nächste Bahn hätte warten müssen?

Tatsächlich steckt in jedem von uns ein gewisser Grad an krimineller Energie!

Was aber sind die Beweggründe von kriminellen Handlungen?

Um diese Frage zu beantworten, ist es im ersten Schritt wichtig zu verstehen, wie Handlungen überhaupt entstehen.

Auch wenn Menschen in ihrer individuellen Persönlichkeit sehr verschieden sind, muss man davon ausgehen, dass ihre Reaktionsweisen in übereinstimmenden Situationen oft einander ähnlicher sind als man gemeinhin vermutet. Das heißt, dass ihnen ein identischer „Konstruktionsplan“ zugrunde liegt.

Die Persönlichkeit eines Menschen wird geprägt durch Erbanlagen und die Umwelt, in der sich jede Person befindet. Die Persönlichkeit eines Menschen ist das Produkt des Wechselspiels von anlagebedingten reifungs- und erfahrungsbedingten Lernprozessen.

Erbanlagen (A) + Umwelt (U) = Persönlichkeit (P)

Erbanlagen bekommt der Mensch von Geburt an mit. Das heißt nicht, dass diese bereits beim Kleinkind erkennbar sein müssen. Langlebigkeit wird z. B. von Generation zu Generation vererbt. Die eine Familie hat eine längere Lebensdauer als eine andere.

Um einen Menschen „verstehen“ zu können, muss man prinzipiell die speziellen Rahmenbedingungen betrachten, unter denen er aufgewachsen ist. Das Verhalten ist unter anderem ein Produkt seiner Umwelt. Er passt sich den gegebenen Anforderungen an.

Die Änderung der Persönlichkeit ist ein lebenslanger Prozess. Der Mensch verändert sich von Geburt an bis ins hohe Alter.

Der Mensch ist in seiner Entwicklung Umwelteinflüssen verschiedenster Art ausgesetzt. Die Merkmale der Vielfalt an Umweltgegebenheiten macht die folgende Abbildung deutlich:

Persönlichkeit (P) + Situation (S) = Verhalten (V)

Wichtig für die Betrachtung einer bestimmten Handlung ist neben der Persönlichkeit immer auch die jeweilige aktuelle Situation, in der sich ein Mensch oder Mitarbeiter befindet.

Vorschnell werden Gründe für menschliches Verhalten der Persönlichkeit einzelner Individuen zugeschrieben. Hierdurch entstehen sog. Zuschreibungsfehler. Leider bleibt hierbei die Betrachtung der jeweiligen aktuellen Situation außer Betracht.

Warum sind Kinder aus ein und derselben Familie so unterschiedlich? (Kain und Abel). Persönlichkeitsunterschiede lassen sich gleichermaßen auf Anlagen und Umwelt zurückführen. Es gibt förderliche und hinderliche Umwelteinflüsse, genauso wie es günstige und ungünstige Anlagen für die Entwicklung eines Menschen gibt.

  • Das menschliche Verhalten / Handeln ist ein Wechselspiel zwischen den individuellen Persönlichkeitseigenschaften und der konkreten Lebenssituation

Es gibt Situationen und Bedingungen, in denen menschliches Verhalten in hohem Maße übereinstimmen. Dies sind allgemein gültige „Mechanismen“ des Verhaltens – unabhängig von Religion, Geschlecht und Nationalität:

  • Wer hört schon nicht gern Lob? Wer hat nicht gern Erfolg auf der Arbeit?
  • Wer reagiert nicht mit Gegendruck, wenn er in seinem Entscheidungsfreiraum gar zu sehr eingeschränkt wird?

Die Persönlichkeit wird dabei von drei Kräften beeinflusst:

Antrieb – Gefühle – Verstand

Höchste Antriebe / Motive menschlichen Handelns:

  • Befriedigung von Bedürfnissen („Bedürfnispyramide“)
  • Erhaltung / Schutz des Selbstwertgefühls

Die einzelnen Motive sind bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt. Beweggründe können somit sehr unterschiedlich sein und sind unter anderem abhängig von der sozialen Stellung jedes einzelnen. Das Anerkennungsbedürfnis des einen ist stärker ausgeprägt als bei einem anderen. Handlungen werden „in Gang gesetzt“ (motiviert) durch ein hinreichend stark ausgeprägtes Motiv und durch Merkmale der jeweiligen Situation.

Betrügerisches Verhalten kann einer Neigung aus der Persönlichkeit heraus entsprechen, sich auf Kosten anderer zu bereichern, aber es sind eben auch bestimmte Situationen, die jenes Verhalten auslösen.

Das sind:

Gewohnheiten; stillschweigende Entwicklung einer Norm. Es ist in der Belegschaft zur Gewohnheit geworden, „alle“ machen es. Hier mal ein paar Bleistifte, da mal ein Pack Druckerpapier oder Tonerpatronen für den privaten Gebrauch.

Schwere soziale Notlage; z. B. die alleinerziehende Mutter von drei Kindern, die in die Kasse greift, aber gerade auch Mitarbeiter in höheren Positionen, die sich unter Umständen selber verschuldet haben oder ihren Lebensstandard erhalten und ausbauen wollen. Hier handelt es sich häufig um aufstiegsorientierte Mitarbeiter mit kontinuierlich verlaufenden Erwerbsbiografien.

Unzufriedenheit im Job; enttäuschte Mitarbeiter, sie fühlen sich ungerecht behandelt oder bezahlt, sie fühlen sich unter- oder überfordert, sie wurden bei einer Beförderung übergangen. Dies kann von der inneren Kündigung bis hin zu Rachegefühlen ausarten. Dabei ist es unerheblich, ob es der schüchterne Mitarbeiter ist, der meint keine oder zu wenig Anerkennung zu erhalten, oder der Überflieger, der alles besser kann als alle anderen und meint immer ausgebremst zu werden.

Gelegenheit macht Diebe!

Fazit

Handlungen sind bedingt von den Hauptmotiven eines jeden Individuums in Abhängigkeit von der Persönlichkeit und der konkreten Situation, in der sich ein Mitarbeiter befindet.

Auslöser für Betrug im Unternehmen können sein: Unzufriedenheit im Job, schwere soziale Not, Gewohnheiten innerhalb der Belegschaft, die gebotenen Gelegenheit, aber eben auch Geltungsbedürfnis oder ganz einfach Habgier.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, unterstütze Ich Sie gerne durch die Implementierung eines Internen-Kontroll-Systems (IKS). Der IKS ist ein Überwachungssystem, welches die das Unternehmen gefährdende Entwicklungen, früh erkennen kann.

Kontaktieren Sie mich:

Tel. 05 11 / 72 48 90 75

E-Mail recha@unterschlagung-hannover.de

Letzte Beiträge

Kommentare

Pin It on Pinterest

Share This
UnterschlagungFraud